Jugendzentrum mit Industrie-Charakter

Das Kinder- und Jugendzentrum im Stampf ist in einem desolaten Zustand. Nach Jahren des Tüftelns soll nun ein neues Zentrum im Zeughausareal entstehen. Die Stadt beantragt einen Kredit von knapp drei Millionen Franken.

Bald fällt den Kindern und Jugend­lichen aus Rappers­wil-Jona nicht mehr das Dach auf den Kopf. An der kom­menden Bürgerversammlung vom 28. März werden die Stimm­bürger nämlich über ein neues Kinder- und Jugendzentrum im Zeughausareal abstimmen können. Bisher ist das Zentrum im Stampf untergebracht gewesen. Die Infra­struktur und das ­Gebäude seien allerdings in einem desolaten Zustand, sagt Schulpräsident Thomas ­Rüegg (FDP): «Das geht so nicht.» Eine gute Kinder- und Jugendarbeit sei nicht nur ein «nice to have», sondern gesetzlich verankert.
Nachdem die Stadt in den letzten Jahren immer wieder Lösungen für ein neues Zentrum gesucht und wieder verworfen hat, habe sich nun eine passende Möglichkeit aufgetan: Die Stadt plant, das Jugendzentrum im Zeughausareal an zentraler Lage zu bauen. Auch Stadtrat ­Ueli ­Dobler (CVP) findet: «Meine zwei Töchter hätte ich nicht ins Stampf-Jugend­zentrum geschickt. Im Zeughausareal ist mir da viel wohler.»

Das Zentrum lasse sich sehr gut in die Vision «Trilogie ­– Treffpunkt, Stadtlabor, Wohnen» für das Zeughausareal einbetten, ­erklärt Bauchef Thomas Furrer (parteilos). Es solle zum quartierübergreifenden Treffpunkt werden. Im Erdgeschoss der ehe­maligen Geniewerkstatt soll eine Mehrzweckhalle entstehen mit 80 Sitz­plätzen und 100 Steh­plätzen, die sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von der Öffentlichkeit und Vereinen benutzt werden kann. Im Ober­geschoss werden Räume für den Treff­betrieb platziert. Die angren­zenden Räumlichkeiten im Zeughaus 4 sollen als Büros, Lager­räume und für Sanitär­anla­gen genutzt werden. Ausserdem soll dort eine öffent­lich zugäng­liche Werkstatt entstehen. Man könne sich Holzarbeiten, Metallarbeiten oder sogar ein Näh­atelier vorstellen, erklärt Furrer­. Das gehe auf eine frü­here Anfrage der SP im Stadtforum zurück­.

Charakter erhalten

Bis die Jugend­lichen das Gebäude in Besitz nehmen können, müssen dort allerdings noch einige Sanierungs­arbeiten an die Hand genommen werden. Diese sollen laut Furrer möglichst wenig «eingrei­fen», sodass der indus­trielle Charakter des Gebäudes spürbar bleibe. Dringend not­wendig seien allerdings neue Holz­metallfenster, Sanitäranlagen und ein Lift, damit das neue Zen­trum behindertenfreundlich sei. Insgesamt wird für das Projekt ein Kredit von knapp 3 Millionen Franken beantragt. Die effektiven Kosten für die Ge­bäude­arbeiten betragen rund 1,6 Millionen Franken. Der rest­liche Kreditantrag hat buchhal­terische Gründe. Das Gebäude wechselt vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen (940 000 Franken), zudem wird eine Unter­haltsreserve in Höhe von 400 000 Franken aufgelöst. In diesem Kredit sind auch Reser­ven für eventuelle Asbest- und andere Altlastensanierungen mit inbegriffen.

Parteien positiv eingestellt

Das Projekt Kinder- und Jugendzentrum wird von allen Parteien befürwortet. «Wenn man das ­alte Jugendzentrum gesehen hat, ist es unbestritten, dass es etwas Neues braucht», sagt beispielsweise CVP-Präsident Thomas Hofstetter. «Das neue Zentrum wird attraktiver, liegt zentral und hat viel mehr Platz.» Einzig GLP und UGS verlangen, dass der Stadtrat klar aufzeige, ­warum die Kinder- und Jugendarbeit wichtig ist und die Kosten transparent mache. Sonst befürworten sie das Projekt: Das Zentrum sei eine gute Sache an einem sinnvollen­ Standort. Laut der UGS fehlen ausserdem ener­getische Verbesserungen, welche bisher aus Kostengründen nicht vorgesehen sind.

 

Original aus der Zürichseezeitung (has)

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